Schließen

Lehramtsstudium

Du willst Schüler unterrichten, dein Wissen in deinen liebsten Unterrichtsfächern weitergeben und junge Menschen unter Einbindung pädagogischer Konzepte beim Lernen fördern? Kurz: Du willst Lehrer/in werden? Das Lehramtsstudium ist je nach Altersstufe der Schüler, die du unterrichten wirst, unterschiedlich aufgebaut. Wir informieren dich über Pädagogische Hochschulen und Universitäten, Studieninhalte, Studienverlauf und dein Gehalt nach dem Lehramtsstudium.

Lehrer werden in Österreich an Pädagogischen Hochschulen, Universitäten und privaten Hochschulen ausgebildet. Wenn du in der Primarstufe unterrichten willst, musst du eine Pädagogische Hochschule besuchen. Wer als Lehrer in der Sekundarstufe unterrichten will, kann dafür an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen studieren.

Das Studium Lehramt Primarstufe berechtigt dich zum Beruf als Lehrer/in an Volksschulen. Mit dem Lehramtsstudium Sekundarstufe kannst du an Allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS), Neuen Mittelschulen (NMS), Sonderschulen, Polytechnischen Schulen (PTS) oder Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) für allgemeinbildende Fächer unterrichten.

Das Lehramtsstudium ist zweigliedrig als Bachelor-Master-Studium aufgebaut und dauert fünf bis sechs Jahre. Du hast auch die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren. Dadurch verlängert sich deine Studienzeit.

Der Bachelor

Das Lehramt Bachelorstudium dauert acht Semester und umfasst 240 ECTS-Punkte. Mit dem Bestehen der Bachelorthesis erhältst du den akademischen Grad Bachelor of Education (B.Ed.) und kannst zum fortführenden Masterstudium zugelassen werden. Die Absolvierung des Bachelors berechtigt zum Unterricht und zur Teilnahme an der Induktionsphase (Dein erstes Dienstjahr: Während dieser Zeit wirst du von erfahrenen Pädagogen eingewiesen). Wenn du allerdings dauerhaft angestellt werden willst, musst du ein Lehramt Masterstudium absolvieren.

Der Master

Das Masterstudium dauert vier Semester und umfasst 120 ECTS-Punkte. Teilweise ist sogar ein zweisemestriger Master möglich, der berufsbegleitend absolviert werden kann. Am Ende des Studiums schreibst du eine Masterthesis, die sich thematisch mit einem deiner Unterrichtsfächer oder bildungswissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt. Mit dem Abschluss erhältst du den akademischen Grad Master of Education (M.Ed.). Der Master kann direkt an das Bachelorstudium angeschlossen oder berufsbegleitend absolviert werden. Mit dem Abschluss des Masterstudiums erlangst du die unbefristete Lehrbefähigung.

Das Lehramtsstudium im Überblick

Lehramtsstudium: Pädagogische Hochschulen und Universitäten

An folgenden Pädagogischen Hochschulen und Universitäten kannst du Lehramt studieren:

Welche Voraussetzungen muss ich für das Lehramtsstudium erfüllen?

Folgende Voraussetzungen musst du für das Lehramtsstudium mitbringen:

Bachelor

  • Nachweis der allgemeinen Hochschulreife (Matura)

    • Alternativ: Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfungszeugnis

  • Positiver Abschluss des Aufnahmeverfahrens

Für die Sekundarstufe gilt zusätzlich:

  • Für das Unterrichtsfach Bewegung und Sport musst du einen Nachweis der körperlich-motorischen Eignung erbringen.
  • Für die Unterrichtsfächer Bildnerische Erziehung, Musikerziehung und Instrumentalmusikerziehung ist die künstlerische Eignung nachzuweisen.

Das Aufnahmeverfahren

Wichtig: Das Aufnahmeverfahren findet jeweils an einem Haupttermin im Jahr (ggfs. alternativ an einem Nebentermin) statt. Für die Registrierung gibt es ein festgelegtes Zeitfenster. Verpasst du die Fristen, kannst du dich erst im nächsten Jahr anmelden. Beachte, dass du dich bereits vor Abschluss der Matura anmelden kannst.

Das Aufnahmeverfahren kann von Hochschule zu Hochschule bzw. Universität etwas variieren. Du solltest dich aber auf das folgende Verfahren einstellen:

1. Online-Self-Assessment
Vor dem eigentlichen Aufnahmeverfahren findet ein Online-Self-Assessment statt. Es handelt sich hierbei um ein Selbsteinschätzungsverfahren, das dazu anregen soll, sich mit den Anforderungen des Berufes tiefergehend auseinanderzusetzen. In der Regel ist die Registrierung für das Selbsterkundungsverfahren von Anfang März bis Mitte Mai möglich.

2. (Computergestützter) Eignungstest
Die zweite Stufe im Aufnahmeverfahren ist ein Eignungstest, der ca. drei Stunden dauert. Der genaue Termin wird von der Hochschule bekannt gegeben. Die Bekanntgabe über Bestehen oder Nicht-Bestehen erfolgt per E-Mail.

3. Persönliches Einzelgespräch

Sportliche Ergänzungsprüfung
Wer sich für das Unterrichtsfach Sport und Bewegung entscheidet, muss an einer dreitägigen Sportprüfung teilnehmen, die aus einem Basistest und einem Fertigkeitstest besteht und diverse Sportarten umfasst.

Künstlerische Zulassungsprüfung
Wer Bildnerische Erziehung unterrichten will, muss an einer eintägigen Zulassungsprüfung teilnehmen. Vorab ist eine Mappe mit künstlerischen Arbeiten einzureichen. Vor Ort finden ein Gespräch sowie die Umsetzung einer künstlerischen Aufgabe statt.

Wer Musikerziehung oder Instrumentalerziehung unterrichten will, muss an einer mehrtägigen Prüfung teilnehmen, die unter anderem einen Gehörtest, Musiktheorie, Blattsingen oder ein Kadenzspiel umfasst.

Nachweis der persönlichen Eignung in folgenden drei Bereichen (Primarstufe):
Für die Zulassung zum Lehramtsstudium Primarstufe musst du neben dem Online-Self-Assessment, dem elektronischem Zulassungstest und einem Gespräch noch folgende drei Testmodule durchlaufen:

  1. Musikalisch-rhythmische Eignungsprüfung: Vorsingen, kann optional selbst mit Gitarre oder Klavier begleitet werden. 
  2. Kommunikation (schriftlich und mündlich)
  3. Körperlich-motorische Eignung: Geräteturnen, Koordinationsübungen etc.

Zulassung zum Masterstudium

  • fachgleiches oder fachähnliches Bachelorstudium für das Lehramt

Persönliche Voraussetzungen

Lehrer machen mehr als nur Unterrichten und Unterricht planen. Je nach Schulstufe, Schule und Schülern müssen sie auch erziehen, beraten, organisieren, zur Schulentwicklung beitragen, dokumentieren, mit Eltern kommunizieren und sich weiterbilden. Der Lehrberuf verlangt also nicht nur Engagement und die Motivation mit Schülern zu arbeiten, sondern auch viele weitere Kompetenzen.

Zu den wichtigsten zählen:

  • Empathie: Schüler mit ihren Stärken und Schwächen wahrnehmen.
  • Flexibilität: Der Unterricht läuft nicht immer wie geplant, manchmal musst du auch für Kollegen einspringen.
  • Kommunikationsstärke: Du kommunizierst mit Schülern, Kollegen, Eltern oder außerschulischen Partnern.
  • Teamfähigkeit: Ob nun bei der täglichen Absprache zur Unterrichtsplanung oder Organisation der Klassenfahrt – wer am liebsten für sich ist, sollte nicht Lehrer werden.
  • Konfliktfähigkeit und Belastbarkeit: Wer in einem sozialen Beruf arbeitet, muss damit rechnen, dass es zwischenmenschlich auch mal stressig werden kann.
  • Organisationstalent: Zeugnisse, Elternbriefe oder Förderpläne schreiben, dazu weitere Korrespondenz mit außerschulischen Einrichtungen sowie die Planung von Unterricht, Klassenausflügen usw. – Pädagogen müssen über die Fähigkeit zum Selbstmanagement verfügen.

Alternative Berufe zum Lehramt

Du unterstützt gerne Menschen und willst mit pädagogischen Konzepten arbeiten, aber unterrichten willst du nicht unbedingt?

Ein Soziale Arbeit Studium oder Sonderpädagogik Studium eröffnet dir Karriereperspektiven im schulischen, interkulturellen oder klinischen Bereich, in Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen, in der Frühförderung oder Freizeitpädagogik, in arbeitsintegrativen Betrieben und vielen weiteren.

Aufbau und Studieninhalte des Lehramtsstudiums

Ob nun Primar- oder Sekundarstufe, das Lehramtsstudium ist immer in einen Bachelor- und einen Masterstudienabschnitt unterteilt. Hinsichtlich der Studieninhalte gibt es aber deutliche Unterschiede.

Primarstufe

Das Lehramtsstudium für die Primarstufe behandelt allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen, die Elementar- und Primarstufenpädagogik und -didaktik sowie einen selbst gewählten Schwerpunkt.

Schwerpunkte

Den Schwerpunkt wählst du ab dem fünften Semester. Dabei kannst du zwischen zwei kleinen oder einem großen Schwerpunkt wählen.

Große Schwerpunkte können sein:

  • Elementarpädagogik
  • Inklusive Pädagogik
  • Sprachliche Bildung
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Bildung
  • Sozial- und kulturwissenschaftliche Bildung

Kleine Schwerpunkte können sein:

Nicht jede Pädagogische Hochschule bietet die gleichen Schwerpunkte an. Recherchiere also frühzeitig, welche Schwerpunkte du an welcher Hochschule studieren kannst.

Sekundarstufe

Während des Lehramtsstudiums für die Sekundarstufe wirst du grundlegend fachlich, didaktisch, allgemein bildungswissenschaftlich und pädagogisch-praktisch ausgebildet. Du entscheidest dich dafür, entweder zwei Unterrichtsfächer oder ein Unterrichtsfach mit einer Spezialisierung zu unterrichten.

Fächerwahl & Spezialisierungen

Du hast die Möglichkeit, aus über 20 verschiedenen Unterrichtsfächern zu wählen und diese zu kombinieren. Ob nun Biologie und Umweltkunde, Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Italienisch, Englisch, Religion oder Deutsch – du kannst aus Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Kunst und weiteren Bereichen zwei Fächer frei wählen.

Sonderfall Musik:
Das Unterrichtsfach Instrumentalmusikerziehung kann nur in Verbindung mit Musikerziehung studiert werden. Das Fach Musikerziehung hingegen kann mit jedem Fach kombiniert werden.

Spezialisierungen

Des Weiteren stehen dir Spezialisierungen zur Verfügung. Welche Unterrichtsfächer angeboten werden, hängt von der Universität bzw. Pädagogischen Hochschule ab und welchem Verbund sie angehört. Wird dein Wunschfach nicht an der favorisierten Hochschule angeboten, hast du in der Regel die Möglichkeit dieses Unterrichtsfach an einer anderen Hochschule zu belegen, um deiner Wunsch-Kombination gerecht zu werden.

Mögliche Spezialisierungen sind:

Beachte: Nicht jede Spezialisierung wird von jeder Universität angeboten.

Beruf & Gehalt nach dem Lehramtsstudium

Mit einem Lehramtsstudium wirst du Lehrer/in, klar. Der Berufsweg ist also schon lange vor Studienabschluss vorgegeben. Das kann ein Vorteil sein, wenn man bedenkt, dass viele Uniabsolventen selbst kurz vor Studienende noch nicht wissen, auf welche Jobs sie sich eigentlich bewerben wollen. Diese Frage bleibt dir mit einem Lehramtsstudium also erspart. Ein Nachteil ist natürlich, dass du weniger frei bist – der Weg ist vorgegeben.

Allerdings werden Pädagogen nicht nur an Schulen gebraucht. Wer also doch nochmal umschwenken will, findet auch Karrieremöglichkeiten in den Bereichen Erwachsenenbildung, bei Verlagen und Medienfirmen mit Bildungsbezug, im öffentlichen Dienst, in der politischen Bildungsarbeit oder im Sozialwesen. Je nachdem, welches Unterrichtsfach du studiert hast, ergeben sich sogar noch weitere Optionen.

Wie sehen die Berufsperspektiven aus?

Der Bedarf an Lehrern ist hoch, die Aussichten sind also erstmal sehr positiv. Allerdings ist der Bedarf an Lehrkräften je nach Unterrichtsfach unterschiedlich hoch. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Wunsch-Unterrichtsfächer gefragt oder überlaufen sind, wende dich an die jeweilige Landeschulbehörde. Die kann dir nähere Auskünfte geben.

Gehalt

Als Lehrer ist dein Gehalt öffentlich-rechtlich geregelt. Im Schnitt verdienen österreichische Lehrer etwas über 51.000 Euro brutto. Das exakte Gehalt hängt u.a. von der Schulstufe und den Dienstjahren ab. Die komplette Gehaltstabelle kannst du u.a. auf der Webseite der Österreichischen Lehrer/innen Initiative – Unabhängige Gewerkschafter/innen einsehen.

War dieser Text hilfreich für dich?

4,42/5 (Abstimmungen: 113)